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Lied der Insel - Sehnsucht, Fernweh, Heimweh

Bücher mit Lokalkolorit

Gelesen: Das Lied der Insel

Das Lied der Insel
von Lisa Carey (Autor), Petra Hrabak (Autor)

Sehnsucht, Fernweh, Heimweh

Der Roman spielt sich ab zwischen der irischen "Insel der Meerjungfrauen" und dem amerikanischen Boston mit drei Generationen von Frauen. Es ist ein Roman der Sehnsucht, Fernweh und Heimweh. Jede dieser Frauen möchte alles anders und/oder besser machen als die andern. Trotzdem ähneln sich ihre Schicksale in fataler Weise.

Cliona

Die Iren gelten als streng katholisch

Andere liegen mit der Religion über Kreuz

Cliona hat die Enge der irischen Insel satt, die ihr das Schicksal einer wartenden Seemannsfrau mit vielen Kindern bescheren wird. Sie möchte den Beruf einer Krankenschwester lernen, was zu ihrer Zeit - in den Sechzigern des letzten Jahrtausends - noch nicht üblich ist. Mit Achtzehn wandert sie nach Amerika aus, bekommt schnell eine Stelle als Kindermädchen und hat das Geld für die Ausbildung schon fast zusammen gespart. Nach einer Party mit Exil-Iren inklusive viel Alkohol wird sie schwanger und bleibt ihrer Tochter wegen als Kindermädchen bei der Familie. Damit ist der Traum vom selbst bestimmten Leben geplatzt. Zu ihrer Tochter hat sie ein angespanntes Verhältnis. Als nach 15 Jahren in Amerika ein irischer Freund zu Besuch kommt und ihr einen Heiratsantrag macht, willigt sie sofort ein. Ihre Tochter Grace nimmt sie gegen deren Willen mit nach Irland auf die "Insel der Meerjungfrauen".

Grace

Abheben, einfach abheben und davonfliegen

Keine zwanzig Jahre später kommt sie zur Beerdigung ihrer Tochter Grace wieder nach Amerika.
Grace bekam ebenfalls mit Achtzehn eine Tochter, zu der sie allerdings ein inniges Verhältnis hat.
Ihre Männerbekanntschaften wechseln dafür ständig. Als ihre Tochter fünfzehn ist, stirbt sie an Krebs. Ihrem letzten Freund gibt sie die Telefonnummer ihrer Mutter in Irland, die er anrufen soll, sobald sie tot ist.

Grainne

Weg zwischen hohen Steinmauern

am Ende ist ein Licht zu sehen

So sieht Grainne ihre Grossmutter Cliona zum ersten mal bewusst bei der Beerdigung ihrer Mutter.
Nie hat ihre Mutter über ihre Familie gesprochen, höchstens ein paar abfällige Bemerkungen gemacht. Von Cliona erfährt sie - dank des mitgebrachten Fotoalbums - dass sie als Kleinkind in Irland lebte und ihr Vater immer noch dort wohnt. Das gibt den Ausschlag, mit nach Irland zu gehen, obwohl sie lieber bei dem letzten Freund ihrer Mutter bleiben möchte, in den sie unsterblich verliebt ist. Leider besteht diese Liebe nur einseitig, langt aber für Heimweh-Attacken.
In Irland angekommen, sieht sie erst einmal nichts von ihrem Vater, denn der kneift.
Durch Gespräche mit den Inselbewohnern, die alle mehr über sie, ihre Mutter und vor allen Dingen ihren Vater wissen als sie selbst, gliedert sich vor ihr sie ganze Geschichte ihrer Familie. Ihre Verwandtschaft reicht anscheinend über die ganze Insel, einschliesslich der Meerjungfrauen und Piratinnen aus grauer Vorzeit.

Fazit

Ein Buch für lange Regentage

Ein wunderbares Buch zum Schmökern. Ein Buch voller Sehnsucht. Sehnsucht nach Liebe, Sehnsucht nach einem Zuhause, Sehnsucht nach einer Familie. Es ist aber auch ein Buch über Frauen, die nicht ihre eigenen und die Fehler ihrer Mütter wiederholen möchten, unter denen sie gelitten haben. Und dann ist es auch noch spannend, wie die einzelnen Puzzleteile sich zusammen fügen, wenn jede der drei Frauen aus ihrer Sicht die Dinge schildert.

Buchtipp:

Das Lied der Insel
von Lisa Carey (Autor), Petra Hrabak (Autor)
Verlag: Droemer Knaur (1999)
ISBN-10: 342666013X
ISBN-13: 978-3426660133








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